
Bei unserem türkischen Fischhändler entdeckten wir die Tage Taramas in seiner Ursprungsform: also purer, gesalzener Fischrogen, in diesem Fall – und wie auch meistens – vom Kabeljau. Erst wollte uns der Händler das Produkt nicht verkaufen: aus Besorgnis, wir wüssten nicht, damit umzugehen. Aber unsere Überredungskünste waren erfolgreich. In den meisten Länder der Mittelmeerregion wird dieses Grunderzeugnis mit folgenden Zutaten angereichert: Weiss- oder Toastbrot ohne Rinde, Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Das Ergebnis erschien uns doch zu salzig und auch sehr mächtig. Der Verzehr war daher eigentlich nur in homöopathischen Dosen möglich. Als Test verlängerten wir dann einen Teil mit Creme fraiche: immer noch nicht wirklich zufriedenstellend. Richtig gut schmeckte das Taramas erst in einer Version mit griechischem, also vollfettem Joghurt.
Dekorativ serviert auf einem Spinatbett mit Kartoffelbrei. Die Kartoffeln wurden in Schafsmilch gekocht, es kam nur etwas Salz, Pfeffer und Muskat daran, keine Butter, um den Kartoffelbrei im Vergleich zum Taramas leichter wirken zu lassen. Dazu ein Scheibchen geräucherte Lachsforelle – fertig war eine köstliche Vorspeise!
Getrunken haben wir dazu einen Grünen Veltiner 2009 Weinviertel DAC Klassic vom Weingut Weber. Der Wein zeigt ein mittleres Strohgelb mit grünen Reflexen, in der Nase typisch frische und würzige Veltlinernoten, sowie grüner Apfel und Grapefruit, im Mund Mineralität und und wieder Zitrusfrüchte, im Abgang kommt diese ungemein animierende Würze zurück.

Der Jungwinzer Andreas Weber war jüngst zu Gast bei uns. Ein sympathischer Kerl! Der Biobetrieb Weber liegt im westlichen Weinviertel an den Südhängen des Schmidatales. Hier bewirtschaftet Familie Weber auf den Lagen Schlossberg und Hiesbeet Weingärten nach strengen biologischen Richtlinien. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf bodenständigen regionaltypischen Sorten wie Grüner Veltliner, Welschriesling und Blauer Portugieser, die auf den sandig-lehmigen Böden ausgezeichnet gedeihen. Auf dem Teller hat Andreas übrigens ein halbes Ei mit Frankfurter grüner Sosse. Wahrscheinlich gab es dazu ebenfalls einen grünen Veltliner …
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