
Auch wenn es jedes Frühjahr immer wieder hart ist: unsere Spargelsaison beginnt erst mit dem Mai. Davor mögen uns die Stangen auch noch so verführerisch von den Marktständen aus anlachen. Einbildung oder nicht: Spargel schmeckt erst richtig gut, wenn der Wonnemonat begonnen hat. Meist starten wir mit klassischen Spargelgerichten, wie der Variation mit Sauce Hollandaise. Ein Freund hat unseren Gaumen mit einer sehr geschmacksintensiven Zubereitung beglückt: die geschälten Spargelstangen werden mit Butter bestrichen, mit Salz und Zucker gewürzt, zusammen mit Orangenzesten in Alufolie gewickelt und kommen dann bei 180 Grad (Umluft) in den Ofen. Je nach Dicke des Spargels ist der optimale Garpunkt nach 30 bis 40 Minuten erreicht. Das schonende Garen im eigenen Saft verleiht dem edlen Gemüse eine unglaubliche Aromen-Verdichtung. Die Sauce Hollandaise wurde in Ermangelung an Worchester-Sauce mit Ponzu abgeschmeckt, was dem Klassiker eine sehr schöne, zitronenfrische Note verlieh. Ponzu ist eine japanische Würzsoße auf Basis von Shoyu und Zitrone, also ähnlich einer Sojasauce, aber im Geschmack einfach frischer. Die herben Noten der Orangen-Zesten standen im sehr interessanten Kontrast zu der wunderbar schaumigen Hollandaise. Wir lieben solche vermeintlich einfachen Gerichte, die jedoch durch hochwertige Zutaten und optimale Zubereitung für großes ‘Hallo’ am Tisch sorgen.
Ebenso erfreut hat uns dazu ein 2008er Sauvignon Blanc vom Prädikatsweingut Weiss aus Österreich (Neusiedlersee): ein sehr fruchtiger Tropfen, der nach Holunderblüten und Stachelbeere duftet. Die Säure ist angenehm reif, der Wein gehaltvoll (muß er auch sein, um gegen die Hollandaise standhalten zu können), ohne wuchtig zu wirken. Im Abgang zeigte er sich dann von seiner frischen und würzigen Seite. Ein toller Auftakt der Spargelsaison!
Kommentar hinterlassen
Bitte füllen Sie mindestens die mit * bezeichneten Felder aus, Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, alle Kommentare werden moderiert.