Bei Corned Beef winken viele Geniesser erst einmal ab: Erinnerungen an geschmacksneutrales Pressfleisch aus der Dose werden wach… Aus den meisten Küchen verbannt, möchte ich ein kleines Plädoyer für ein durchaus hochwertiges Produkt halten: stimmt Fleischqualität und Herstellung in handwerklicher Tradition, bietet Corned Beef weitaus mehr als eine traurige Alternative zu sonstigen Wurstwaren.
Ein gutes Corned Beef braucht als Zutaten lediglich Rindfleisch, Fleischbrühe (eine kräftige Knochenbrühe bewirkt das Gelieren), Gewürze (Pfeffer, Muskat) sowie hochwertiges Salz, z.B. Luisenhaller Siedesalz.

Dieses Ausgangprodukt ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Beispielsweise kann man daraus eine vorzügliche Fleischsauce herstellen. Wenn es mal schnell gehen soll, schlage ich folgendes Rezept vor: frische Tomaten pürieren, Schalotten und reichlich Knoblauch in gutem Olivenöl andünsten, Tomatenpüree dazugeben, ein paar Minuten köcheln lassen, ggfs. mit Tomatenmark nachwürzen, dann kommt das in Würfel geschnittene Corned Beef in den Topf, mit Gewürzen und Kräutern nach Gusto abschmecken: ein bisschen Chili passt eigentlich immer, frischer Thymian, Rosmarin oder Salbei … Falls man etwas mehr Zeit hat zum Schnippeln hat, kann noch in ganz kleine Würfel geschnittenes Würzelgemüse mit kochen. Auf diese Weise erhält man eine wunderbar cremige Sosse mit intensivem Rindfleischgeschmack.
In diesen 10 min. Kochzeit sind auch die Spaghetti al dente, etwas Parmesan, frischen Basilikum und/oder einen Klecks Bärlauchpesto darüber, fertig!
Möchte man in heimischen Gefilden bleiben, trinkt man dazu einen kräftigen Spätburgunder, z.B. den 2008 Spätburgunder Nr. 2 vom Weingut Hahnmühle.
Als ‘Rohkostvariante’ mag ich Corned Beef in einem Blattsalat – gerne auch mit viel Bittersalat-Anteil, also Radiccio, Frisee .. – mit frischen Karottenscheiben oder getrocknete Karotten-Streifen, angemacht mit einer Vinaigrette aus etwas Fleischbrühe, Senf, Salz, Pfeffer, ein Spritzer Ahornsirup, Traubenkernöl und Sherryessig. Dazu trinke ich -leider! – keinen Wein, weil es wahrscheinlich erst Mittags ist und ich mich sonst gleich ins Bett legen müsste … Danach dann also einen Espresso!
Mein Favorit: Hinterwälder im Glas von der Metzgerei Grether im badischen Hügelheim.
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Es gibt tatsächlich Metzger, die das – in hervorragender Qualität – noch selbst herstellen.
Einfach yummy.